Ich gab aber meine Inselsuche nicht auf, suchte weiter und wurde tatsächlich fündig, und zwar im Inselreich der Malediven im Indischen Ozean. 

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Genauso sollte sie aussehen, meine Trauminsel! Aber warum wohnte niemand auf dieser Insel? Sie erfüllt doch alle kühnsten Wunschvorstellungen.
Sucht nicht jeder Mensch einmal in seinem Leben - und wenn auch nur gedanklich - seine Trauminsel? Warum eigentlich ? Jährlich sind ca. 8000 Weltumsegler auf den Meeren unterwegs, viele von ihnen auf der Suche nach einer solchen kleinen, einsamen Insel. Warum wimmelt es nicht hier unten von weißen Segelyachten? Hier hätten sie alle ihre Trauminseln gefunden.
 
Ob ihnen aber auch die Angebote dieser Insel genügen würden? Kämen sie mit dem Alleinsein klar? Nur diese Natur als Partner - genügt ihnen das? Und für all den abendländischen Ballast sind diese Inseln zu schade. 

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Mit ihrer chromglänzenden Luxusyacht blieben sie in dieser Welt ein Fremdkörper. - Ich kam mit einem Hobicat16 auf die Malediven, der auch über flaches Wasser segelt, weil er keine Schwerter benötigt.
Die maledivischen Fischer außerhalb touristischer Einflussgebiete sind meist sehr einfache, friedliche Menschen, die von den 1200 vorhandenen Inseln nur 205 bewohnen. 

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Die Malediven sind eine präsidiale Moslemrepublik, die sich gegen fremde Einflüsse zurecht abschottet. (Foto: Schule in einem kleinen Inseldorf 1999 weit weg vom Tourismus)
Um an Devisen zu kommen, hat die maledivische Regierung ca. 90 unbewohnte Inseln für touristische Ansprüche geopfert und ausbauen lassen.

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Etwa 890 Inseln sind auch heute noch unbewohnt, haben aber ihren Pächter, der dort Brennmaterial und Kokosnüsse erntet. 
Steuert nun ein Langfahrtensegler voll freudiger Erwartung die maledivische Inselwelt an, löst er dort keine Begeisterung aus.
 
Er wird als uninteressanter Tourist angesehen, der kein Geld für einen Bungalow ausgibt, sondern Selbstversorger ist. Er darf die touristischen Atolle nicht verlassen und die menschenleeren Trauminseln und Inseln der Fischerfamilien nicht betreten. Enttäuscht von den strengen Verboten in diesem Inselparadies wird er bald wieder seinen Anker lichten. 

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Bei mir verlief es etwas anders. Meine Inselsehnsucht war so mächtig, dass ich letztendlich doch Wege zur Erfüllung meines Wunsches fand.
 

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Der maledivische Präsident bekam meinen Textbildband in deutsch und englisch in die Hand und lud mich daraufhin in sein Palais ein.
 
(Foto: Im Gespräch mit dem maledivischen Präsidenten Maumoon Abdul Gayoom)
 
In der Folge schuf er mir einen Sonderstatus, der mir alle Atolle der Malediven öffnete.   (Foto: Schlafen in einer windgeschützten Lagune auf unbedachten Trampolin mit Blick in den Sternenhimmel)

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Von 1984 bis 1998 machte ich es den Zugvögeln nach und verlebte 14 nordische Winter in einem warmen Meer, wo der Hochsommer das ganze Jahr hindurch zu Hause ist und ich in keiner Nacht unter freiem Himmel gefroren habe.
 

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Mein kleiner Strandkatamaran war mir dort Fahrzeug, Hütte und Bett. 
Ich hatte ihn mir aus Deutschland in zerlegtem Zustand per Luftfracht mitgebracht und lebte nun in dieser Inselwelt das denkbar freieste und auch abenteuerlichste Leben. Ich konnte mein Boot auf den Sandstrand buckeln und hatte so Wind und Wetter nicht zu fürchten.
 

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Nur bei günstigem Wind und Wetter ging ich auf größere Fahrt in andere Atolle, hatte dabei breite, strömungsreiche Kanäle zu überqueren, um neue Inseln zu erkunden.
Lebensnotwendige Nahrungsmittel und Trinkwasser bekam ich in den Inseldörfern der Eingeborenen, die mich immer mit großer Neugier und freundlich willkommen hießen.

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Ich führte ein Empfehlungsschreiben der maledivischen Regierung mit. Meine Anwesenheit rief mitunter Trommler und Tänzer auf den Plan.
So lernte ich Menschen einer ganz anderen Kultur kennen, lebte zeitweise unter ihnen, ein Christ unter Moslems, wie unter Brüdern und Schwestern, die trotz materieller Armut herzhaft lachen konnten, gewaltfrei, sauber, ehrlich und gastfreundlich waren.
 
Schnell waren die Pächter der umliegenden Unbewohnten ausgemacht, und ich hatte deren OK: "Heinz, es ist mir eine Ehre, wenn du meine Insel besuchst!"

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Und ich tat nichts lieber, durchforschte die Insel, suchte und fand fast immer eine Hütte mit Kochstelle und Räucherrost und einen Brunnen, der aber zumeist brackiges Wasser hatte. 
Zum Waschen und zur Erfrischung war das etwas kühlere Wasser bestens geeignet. 

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Manchmal traf ich Einsiedler auf einer Insel, mit denen ich mich schnell anfreundete. Von ihnen lernte ich das einfache Leben, ohne Entzugserscheinungen zu verspüren. 
Sie kochten für mich mit und ich fing für uns mit meinem Boot die Fische.

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