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Ich musste schließlich Abschied nehmen von diesen Inseln, die ich trotz mancher Schicksalsschläge als paradiesisch erlebte, ein bisschen zu früh wie ich meinte, aber dankbar für die 14 warmen Winter in den Tropen, wo ich in einer ganz anderen Welt ein ganz anderes Leben lebte,
 
das mir den Reichtum in der materiellen Mittellosigkeit zeigte und das Glück, mit einer unverfälschten Urnatur in Partnerschaft zu leben, aus deren reinsten Quellen ich schöpfte.

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"Man erstrebt, was man liebt, gewinnt es vielleicht sogar, um schon bald darauf wieder zu verlieren". So läuft unser Leben ab. Die maledivische Inselwelt blieb mir bis ins Jahr 1998.
Eine Herz OP mit nachfolgendem Schlaganfall raubten mir die Kondition. Für mein ozeanisches Inselvagabundenleben reichen nun meine Gesundheit und Kraft nicht mehr.
Die Erinnerung blieb und wird genährt durch meine Bücher, Bilder und Filme. Wie gut, dass der Mensch wenigstens träumen kann und über Mittel verfügt, die ein Verblassen verhindern.

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Dennoch erscheinen mir diese Bilder heute schon als wären sie aus einem wunderschönen Traum bei dem man lediglich meint, er sei Wirklichkeit gewesen. Eigentlich deshalb kaum zu glauben, weil es zu schön war, um wahr sein zu können. 
Nur mit meinem kleinen Strandkatamaran fing alles an und sollte auch so enden. Dieses Meer mit seinen kleinen grünen Inseln und weißen Sandbänken und seiner Menschenleere hat mich verzaubert für den Rest meines Lebens.


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"Ich hatte ein Haus am Meer in einem Garten von Palmen auf einer Insel im Sonnenland. Den Himmel als Dach, die Horizonte als Wände.".
Kein Luxushotel der Welt kann mir ein so schönes Schlafzimmer bieten, dessen Ausblick ich täglich neu bestimmen konnte, und das noch zum Nulltarif.


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Wir Menschen schaffen es, diese Inseln dem Untergang auszuliefern, denn schöne Worte vermindern den Ausstoß von Treibhausgasen nicht.
Der Meeresspiegel steigt unaufhaltsam, wie die Wachstumsrate der Weltbevölkerung und deren materielle Ansprüche, obwohl die natürlichen Ressourcen schrumpfen. Unser Gehirn funktioniert meisterhaft im schmalspurigen Profitdenken. 

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Dass es darüber hinaus aber noch ein unumstößliches Kausalgesetz, auch noch vereinzelt einen ganz anderen, sogar fröhlichen Lebensstil gibt, lehrten mich die Inseln und die bedürfnislosen Fischerfamilien am Rande der Zivilisation, deren liebenswürdige Freundlichkeit mir Bewunderung abnötigte.
Davon wird in den Dokumentationen der Massenmedien über die Malediven nichts erwähnt, weil es nicht spektakulär erscheint.

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Palm Beach ohne Tourismus 
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Nur eine Woche in einem lebensfreundlichen Umfeld auf einer kleinen einsamen Insel ganz alleine natürlich leben, würde jeden Menschen positiv verändern, vorausgesetzt, dass er mal so leben will!
 

 
(Foto: Eine von meinen vielen Robinsoninseln: Vadinolhu im Lhaamu-Atoll aus dem Flugzeug gesehen.)


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